Wenn Ende September der Herbst in Bayern einzieht, dann kommt ein kurzer Ausflug auf die italienische Insel Elba gerade recht. Angenehme Temperaturen und Sonnenschein, warmes Wasser im Mittelmeer und die wunderschönen historischen Autos der Storico-Rally erwarten uns. Natürlich reisen wir mit dem Safari Porsche im Schlepptau und Pfluftl auf dem Beifahrersitz an. Ein gemütlicher Campingplatz-Bungalow in Lacona ist unsere Bleibe für die nächsten Tage und, wir haben Glück, das Rallyezentrum, Papier- und technische Abnahme, Regrouping und das Übernacht-Parcferme ist dieses Jahr fußläufig fast vor der Haustür.
Ebenso die Wertungsprüfungen eins und drei, was mir aber trotzdem einige Kilometer Fußmarsch beschert, um an interessante Zuschauerpunkte zu kommen.
Als Tankservice, der erst am zweiten Tag der Veranstaltung benötigt wird, bedeutet es überdies für mich einen entspannten ersten Rallyetag mit reichlich Zeit zum Zuschauen, zwischendurch etwas Shopping und, weil es doch sehr heiß ist, Baden im Meer.
Am Freitagabend steht dann die Nachtprüfung mitten durch die Altstadt von Capoliveri auf dem Programm und die knapp 200 fantastisch laut röhrenden, historischen Rallyeautos muss man, bzw. Frau, gesehen und gehört haben und so mache ich mich bei Einbruch der Dämmerung auf den Weg. Unser geliehenes Zugfahrzeug ist eigentlich viel zu groß für die engen Straßen Elbas, aber es bringt mich sicher an den Ort des Geschehens.
Begeistert und müde entschließe ich mich danach, es ist kurz vor Mitternacht, noch einen kurzen Besuch am Serviceplatz zu machen, wo sich unsere italienischen Freunde vom Team Bassano und, weil der Kadett nicht fertig wurde, auch Peter und Elke hervorragend um das Wohlergehen unseres Porsches kümmern.
Und dass es diesem, mit Michael und Pfluftl an Bord, auch am zweiten Rallyetag gut geht, bin ich zusätzlich nur mit Tanken und dem Bereitstellen von reichlich Getränken fürs Team beschäftigt und habe so freie Zeit zum Daumendrücken. Das ist auch nötig, denn es gibt viele Ausfälle und Unfälle, bei denen zum Glück nur die Autos Schäden erlitten haben.
Am späten Samstagnachmittag kann ich dann zuerst zwischen den Teilnehmern der Europameisterschaft Stefan und Guido im Ziel begrüßen und kurz dahinter, wohlbehalten im Pulk der Teilnehmer der italienischen Meisterschaft das zweite MAGRA-Team Michael und Gerhard.
Gemeinsam stoßen wir mit dem verdienten Feierabendbier an und überbrücken so die ziemlich lange Zeit, bis alle Teams im Stadtzentrum durch den Zielbogen gefahren und dort fernsehwirksam geehrt worden sind.
Dass wir dann sehr spät am Abend mit der Bassano-Truppe noch ausgiebig den Gesamtsieger und weitere gut platzierte Teams gefeiert haben, sei nur am Rande erwähnt, schließlich haben wir uns schon bald, kurz nach dem Öffnen der 12. Maxi-Schampusflasche (von allen gemeinsam geleert) zurückgezogen, um noch ein wenig Schlaf vor der langen Heimfahrt am Sonntag zu bekommen. Schön wars!
Moni
Und jetzt noch ein Kurzbericht aus Fahrersicht …..
Die Elba Storico war wie immer anspruchsvoll, mit WPs von bis zu 27km Länge und Hunderten von Kurven. Geradeaus Felswand, links Abgrund und rechts Wald, da darf nix schiefgehen. Das Wetter war perfekt, Sonnenschein und 26 Grad, also ideale Bedingungen um die vorgenannte Regel auch einzuhalten. Leider gelang das nicht allen, und es gab auch einige technische Defekte, so daß von den 86 Startern der CIRAS (italienische Meisterschaft) 37 ausfielen.
Bei uns lief alles gut, wenn man von einem kleinen Irrtum meinerseits, bei dem ich entgegen Pfluftls Ansage an einem T links statt rechts abgebogen bin, absieht. Der dadurch verursachte Zeitverlust hielt sich aber gottseidank in Grenzen, bei 20km Wertungsprüfungslänge schleift sich dann doch manches ab …..
Unsere Klassenkonkurrenz in Elba rekrutiert sich in aller Regel aus der Riege der potentiellen Gesamtsieger, und so war es auch diesmal. Letztlich wurden wir dann hinter “Zippo” mit dem Audi Quattro, Nerobutto mit dem Ascona 400 und den beiden 911-Fahrern Lo Presti und Modica nur Fünfte. Mit dem 20. Gesamtrang waren wir dann aber doch eher zufrieden, und für das Team Bassano, unter deren Bewerbung wir in Italien fahren, konnten wir auch noch einige Punkte für die italienische Mannschaftsmeisterschaft einfahren.
Die tolle Aussicht beim Befahren der Verbindungsetappen, das warme Wetter und das gute Essen in Elba war für uns noch einmal eine Bestätigung, daß die Italiener es manchmal einfach besser haben. Südlich der Alpen ist es gegen Ende des Jahres doch etwas angenehmer, und so hoffen wir auf gutes Wetter für die Rally del Brunello in Montalcino Ende November.
Stomi
